Alexander Kiensch ~ Verleger
Autorenverlag Frei!Geist
Die Autorin Yana Arlt
Zum ersten Mal begegnet bin ich Yana Arlt in einem Jugendschreibcamp, das sie zusammen mit Wolfgang Wache im Rahmen des
Nachwuchs-Literatur-Zentrums (nlz) »Ich schreibe!« e.V. organisiert hatte, zu einer Zeit, als dieses Buch und dieser Verlag noch in undenkbarer Ferne lagen. Ihre gemeinsame Performance am ersten
Abend schien mir ziemlich schräg, und ich war mir nicht ganz sicher, wo ich hier gelandet war. Am Ende der Woche war ich hellauf begeistert.
Genau das ist vielleicht das zentrale Element von Yana Arlts Kunst: Sie biedert sich nicht an, sie will es den Rezipierenden nicht einfach machen. Sie will es ihnen auch nicht gekünstelt schwer
machen, ganz im Gegenteil. All ihren Texten ist anzumerken, dass sie ganz tief aus dem Inneren der Künstlerin kommen, dass hier persönlichste, intimste Emotionen und Erfahrungen, Augenblicke und
Ansichten verhandelt werden, gekleidet in eine lyrische Sprache, die ihre eigenen Wege zwischen konkreter Beobachtung des Objekts (wobei diese Objekte oft genug so winzig klein sind, dass sie den
meisten Menschen gar nicht auffallen) und abstrakter Reflexion der Welt, des Lebens, der Natur und des Menschseins sucht und findet. Denn auch das ist ein wichtiger Apekt der hier vorliegenden,
mit diesem Band nun vollendeten Jahreszeiten-Reihe: Man mag diese Texte grob als Naturlyrik einordnen, handeln sie doch offensichtlich von ökologischen Erscheinungen wie Jahreszeiten, Wetter,
Wachstum und Vergehen. Doch in ihnen allen geht es zugleich um so viel mehr – das Existieren in all diesen Aspekten der uns umgebenden Welt, den Umgang damit, aber auch den Umgang mit den 185
Menschen, die so grundverschiedene Ansichten dazu haben mögen, wenn sie sich überhaupt die Mühe machen, eigene Ansichten zu entwickeln.
Die vier Bände der Gesammelten
Jahreszeitentexte sind nur ein kleiner Ausschnitt ihres Gesamtwerks. Kein Wunder, gehört sie doch zu den wahren Vielschreibenden der Literaturzunft, mit dem festen Vorsatz, jeden Tag
wenigstens ein, zwei wenige Verse niederzuschreiben, und das schon seit vielen Jahren. Und hinzu kommen die zahlreichen weiteren Projekte, die sie in verschiedenen Rollen stemmt: die Organisation
des jährlich im brandenburgischen Brieske stattfindenden Lausitzer Lyrikfestivals; die Planung und Durchführung lyrischer Spaziergänge, Lesungen und Veranstaltungen; kulturelle Kinder- und
Jugendangebote für das nlz; das Herstellen (und Vergehenlassen) von LandArt an den unwahrscheinlichsten öffentlichen Orten. Diese Aufzählung könnte sicher noch fortgesetzt werden, doch wohin soll
das führen – am besten erlebt man diese vielseitige Künstlerin doch direkt und live bei einem ihrer Auftritte, bei denen sie es immer wieder schafft, ihren tiefgründigen Texten noch zusätzliche
neue Aspekte und Gänsehaut bereitende Emotionen zu verleihen.
Ich jedenfalls bin sehr froh und auch stolz, diese Reihe im kleinen Frei!Geist Autorenverlag präsentieren zu dürfen, und bleibe zuversichtlich, dass von Yana Arlt auch in Zukunft noch viel
Horizonterweiterndes, Poetisches, Wunderbares zu entdecken sein wird.
Lyrik / LandArt / Labyrinth
Infos über aktuelle Projekte, Werkstätten, Kurse auf:
http://www.nlz-ich-schreibe.de/
+ Schreibwerkstätten/ Schreibkurse
+ LandArt - Workshops, Projekttage
+ Labyrinth - Workshops, Projekttage, World Labyrinth Day am 1. Samstag im Mai
+ Projekttage – Geschichte und Geschichten der Gartenstadt Marga
+ Programme mit der Leseratte Raz (Puppenspiel)
++ Wie ein Buch entsteht
++ Lyrik ist nichts zum Naschen
++ Raz wird Gärtner
++ Raz macht Dekokuddelmuddel zum Fest (Weihnachtsprogramm)
+ Lesung mit Gespräch „Mathe, Deutsch & blaue Flecken / Junge Menschen zum Thema Schulalltag“
+ Lesung aus Publikationen der Vereinsarbeit
++ Im Kamillenwald – Jens Carl
++ Auf dem Sandsteinhof – Jens Carl
Ankündigungen und Resümees immer aktuell unter:
http://nlz-ich-schreibe.blogspot.de/
+ Lesung mit Puppenspiel / mit Wolfgang Wache
+ Gründungsmitglied „Autorenkreis Kornblume“
+ Mitglied „Regionalautoren Senftenberg"
+ Lausitzer Lyrikfestival
+ Lausitzer Literatursammlung – Reihe: Autoren im Gedankenaustausch mit Autoren
+ Klangbegleitung von eigenen Lesungen und Veranstaltungen z.B. Ausstellungseröffnungen von Kollegen
Über das SCHREIBEN rede ich nicht, wie über einen guten Wein, eine erlesene Pastete oder ein raffiniertes Dessert. Schreiben ist für mich Wasser, Brot und ein frischer, saftiger Apfel.
An der LANDART schätze ich die Freiheit im Wald, auf Feldern und Wiesen, an Fluss- und Seeufern; die Unabhängigkeit von Leinwand, Pinsel, Beitel, Papier; das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten und das Bewusstsein der Vergänglichkeit.
Mein erstes LABYRINTH war eins aus weißen Steinchen auf einem großen Stein am Senftenberger See. Ich legte es für meine Performance in der Martin-Luther-Kirche Brieske, die 2014 ihr hundertjähriges Jubiläum feierte.
Ich werde mich mein ganzes Leben mit dem Labyrinth beschäftigen, ohne seinen Zauber je ganz ergründen zu können.
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